COBRAH: Lust auf ein Date mit Schwedens Fetischkönigin?

Wer musikalisch durchstarten möchte, braucht vor allem etwas: Geduld – und natürlich auch eine gehörige Portion Glück. Oder aber du machst es wie die schwedische Newcomerin COBRAH. Sie hat die Masse bereits mit ihrer Debütsingle «IDFKA» um den Finger gewickelt und das dazugehörige Musikvideo wurde letztes Jahr sogar bei den schwedischen Grammy Awards nominiert. Wie sie das geschafft hat? Ganz einfach: Sie hat sämtliche Grenzen gesprengt. Denn bei einem derart extremen Auftreten und solch ballerndem Electro-Sound ist es einfach unmöglich, nicht aufmerksam zu werden.

Von der Strasse in den Fetischclub

Natürlich hat es ein bisschen gedauert, bis die Metamorphose von der unauffälligen Studentin aus der Musikakademie zur BDSM-Kunstfigur COBRAH stattgefunden hat. Anfangs 20 zieht sie als junge Punkerin für kurze Zeit nach Berlin und kommt dort zum ersten Mal in Kontakt mit Lack und Leder. Nach der Rückkehr in ihre Heimat landet sie auf der Strasse und lernt während dieser schweren Zeit einen Fotografen kennen. Dieser führt sie in die lokale (und anscheinend überraschend grosse) schwedische Fetischszene ein und hilft ihr bei der Erschaffung von COBRAH. Inspiriert von Künstlerinnen wie Kate Bush, Peaches oder The Dresden Dolls beginnt sie Musik zu machen und sich selber als Künstlerin zu finden. Für Auftreten wie auch Songproduktion gilt dabei: Je extremer, desto besser.

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Vestörend und verlockend zugleich

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich jedes Mal eine kurze Verschnaufspause brauche, wenn ich mir COBRAH’s Debüt-EP «Icon» an einem Stück durchhöre. Nicht etwa, weil die Songs zu verkopft oder komplex sind, sondern weil schlicht und einfach sehr viel passiert. Hämmernde Beats, abrupte Stimmungswechsel, schrille Geräusche – relativ schnell sehe ich Parallelen zur Avant Garde-Produzentin SOPHIE. Dass bei COBRAH ausgerechnet ihre erste Nummer «IDFKA» (ist übrigens die Abkürzung für «I don’t fucking know anymore») derart eingeschlagen hat, überrascht mich wenig: Ein drei-minütiges Sadomaso-Feuerwerk aus High-Enery-Beat, aggressivem Gesang und creepy Soundeffekten (die teilweise an das Quietschen von Latex auf schwitziger Haut erinnern) – definitiv mein Highlight der EP.

Anonym dank creepy Latex-Wesen

Wenn du dir die volle Dosis COBRAH geben möchtest, empfehle ich dir, ihre Musikvideos anzuschauen. Nicht nur, weil sie dafür fast einen schwedischen Grammy gewonnen hat, sondern auch wegen dem einzigartigem Look. Statt sich selber zu zeigen, arbeitet die schwedische Mewcomerin ausschliesslich mit Animationen von menschenähnlichen Latex-Wesen. Als wäre das nicht schon creepy genug, verrenken sie sich in den Clips auch immer wieder wild und deuten sexuelle Handlungen (wie zum Beispiel eine Orgie im Museum) an. Wie schon gesagt: Je extremer, desto besser.

COBRAH mag im ersten Moment überfordern und ich verstehe es völlig, wenn man mit ihrem bretternden Electro-Sound und überzeichneten BDSM-Image nichts anfangen kann. Respekt hat sie trotzdem verdient. Denn der Schritt vom schummrigen Fetischclub auf die grosse Bühne braucht nicht nur Mut, sondern definitiv auch Talent.

COBRAH’s Debüt-EP «ICON» ist seit dem 29. März überall erhältlich.

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