5 FRAGEN AN: B77, das Fribourger Electronica-Mysterium

Warum zeigen sie auf ihren Pressefotos fast nie ihr Gesicht? Wieso ist ihr Erstling «Fleur» komplett vom Radar verschwunden und wurde vor kurzem wiederveröffentlicht? Und wie schafft man es, so unverschämt guten und sphärischen Electronica zu produzieren? Es geistern mir viele Fragen im Kopf herum, wenn ich an B77 aus Fribourg denke. Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen und weil das Duo zu meinen liebsten Entdeckungen der Schweizer Musikszene gehört, habe ich Leopold und Luca fünf davon gestellt.

Euer Debütalbum «Fleur» ist bereits 2018 erschienen. Dann ist es für kurze Zeit auf sämtlichen Plattformen verschwunden und jetzt habt ihr es erneut veröffentlicht. Warum?

Wir haben das Album im letzten Jahr völlig alleine und unabhängig veröffentlicht. Weil unsere Single «Child» in Frankreich ziemlich erfolgreich war, wurde das Musiklabel Half Awake auf uns aufmerksam. Zusammen haben wir uns dann dafür entschieden, die EP erneut zu veröffentlichen, so dass sie im Katalog der Labels aufgenommen wird und man weiter damit herumbasteln kann, wenn man möchte.

Habt ihr «Fleur» als Titel gewählt, weil ihr Blumen wirklich mögt oder ist es eine Metapher für etwas Anderes?

Natürlich mögen wir Blumen. Es ist aber nicht wirklich als Metapher, sondern vielmehr als Symbol für die Zeit und den Kontext gedacht, in dem wir das Album kreiert haben: Es war Sommer, wir haben viel Zeit im Garten verbracht und überall waren Blumen und wilde Pflanzen. Ausserdem wollten wir einen Albumtitel, der nur aus einem Wort besteht – ein Wort, das eine bunte wie auch intime Stimmung aufkommen lässt und alle anspricht. Man könnte aber auch sagen, dass die Textur und der Sound des Albums stark an das Erblühen einer Pflanze erinnert.

An euren Shows spielt der visuelle Aspekt immer eine grosse Rolle. Woher kommt das und warum legt ihr so viel Wert darauf?

Bevor wir B77 gegründet haben, produzierten wir nicht nur unabhängig voneinander Musik, sondern teilten auch ein grosses Interesse für Filme und Bilder. Für uns ist eine audiovisuelle Show daher die perfekte Möglichkeit, beide Kunstformen zu kombinieren und eine tatsächliche Performance daraus zu machen. So spielen wir dem Publikum nicht einfach unsere Musik vor, sondern laden es in unsere Welt ein und erschaffen mit Sound-Elementen und Bildern eine Atmosphäre, die uns berührt.

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Ich habe schon verschiedenste Reaktionen auf eure Musik gesehen: Gewisse Leute tanzen, andere schliessen die Augen oder schweifen kurz ab. Was gefällt euch persönlich am besten?

Am meisten berührt es uns, wenn die entstandenen Emotionen beim Zuhörer/bei der Zuhörerin dem entsprechen, was wir bei der Entstehung gefühlt haben. Aber eigentlich finden wir, dass jegliche Form von Emotion, die durch Musik und Bild erzeugt wird, als Erfolg für einen Künstler betrachtet werden kann.

Auf Fotos zeigt ihr nie wirklich eure Gesichter und es scheint, als ob ihr am liebsten anonym bleiben möchtet. Ist das nicht extrem schwierig in Zeiten von Social Media?

Wir möchten nicht wirklich anonym bleiben, denn wie du sagst, kennt man unsere Gesichter sowieso nach ein paar Klicks und weiss alles über uns. Es war eher als Stilmittel gedachgt, das wir zu Beginn für unsere Fotos gewählt haben. Da gibt es aber keine Regeln und unsere Ideen verändern sich ständig. Wer weiss, vielleicht siehst du auf dem Cover vom nächsten Album sogar ein Close-Up von unseren Gesichtern…

B77 live:
23.07.2019 – NYON – PALÉO FESTIVAL
13.08.2019 – WINTERTHUR – 44. WINTERTHURER MUSIKFESTWOCHEN
31.08.2019 – BULLE – FRANCOMANIAS FESTIVAL

 

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