Coucou Chloe: Willkommen zur elektronischen Geisterstunde

Mit ihren streng nach hinten gekämmten Haaren, dem starren Blick und ihren buschigen Augenbrauen könnte sie glatt als Model durchgehen. Doch trotz ihrem eher niedlichen Pseudonym interessiert sich die Londoner Produzentin Coucou Chloe herzlich wenig für die schönen Dinge im Leben. Ihr musikalisches Motto: Je düsterer desto besser! Bei ihr treffen bretternde Beats auf hypnotische Lyrics und verschmelzen zu einem dämonischen Mix, der im ersten Moment überfordern mag und dein Gesicht zum Schmelzen bringt. Bist du ready?

Video Games & schrille Mouth Pieces

Erika Jane (so Coucou Chloe’s gebürtiger Name) wächst in einem Vorort von London auf und merkt schnell, dass sie anders tickt als ihre Altersgenossen: Zwar beginnt sie früh mit dem Klavierspielen, hört aber im Alter von 13 Jahren bereits wieder damit auf, da sie lieber mit elektronischen Klängen herumexperimentiert als auf Tasten herumzudrücken. Dank dieser Leidenschaft und ihrem ziemlich eigenen Blick auf die Welt schafft die Engländerin dann auch den Sprung an die Kunstschule. Dort probiert sie, ihre Kreativität so gut es geht auszuleben und konzipiert unter anderem eine Installation, in der ein elektronischer Fächer eine E-Gitarre spielt. Als Ausgleich dazu befasst sie sich in ihrer Freizeit mit Mode (vor allem mit schrägem Mundschmuck) und spielt Video Games. Sie nimmt aber auch viele verschiedene Geräusche auf, mit denen sie zuhause herumbastelt und ihren einzigartigen Sound entwickelt. Das Resultat: Sie konzentriert sich immer mehr auf die Musik, fliegt von der Kunstschule und zieht nach London, um ihrem Traum vom professionellen Musikmachen zu verwirklichen.

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Dank Rihanna ins Rampenlicht

Wie du dir vorstellen kannst, geht es nicht lange, bis Coucou Chloe dank ihrem einzigartigen Hypnose-Electro in der Londoner Musikszene wahrgenommen und bewundert wird.  Nach kurzer Zeit meldet sich das englische Label NUXXE bei ihr, wo bereits Shygirl und Sega Bodega, die ich dir schon auf meinem Blog vorgestellt habe, unter die Fittiche genommen wurden und bietet ihr einen Vertrag an. Nach der Veröffentlichung ihrer Debüt-EP «Erika Jane» kommt dann der nächste Meilenstein: Superstar Rihanna verliebt sich in den Sound von Coucou Chloe und nutzt ihn für ihre Fenty x Puma-Fashion Show im letzten Jahr. Die Follower-Zahlen der jungen Engländerinnen schiessen in die Höhe, diverse Magazine wie die Vogue berichten über sie und ermöglichen ihr so einen kurzen Abstecher von der Underground-Szene zur breiten Masse.

Doch obwohl Coucou Chloe’s Leben in den letzten Jahren ein ziemlicher Richtungswechsel widerfahren ist, hat sich die Musikerin kein bisschen verändert: Ihr futuristischer Sound ist immer noch nischig und düster, ihre experimentellen Beats hämmern sich nach wie vor in den Gehörgang – und gelächelt wird immer noch nicht.

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