Marc Rebillet: Kennst du den «Loop Daddy» schon?

Ich hätte wirklich gerne ein seriöses Portait über diesen talentieren Herren geschrieben. Doch Marc Rebillet macht einem das wirklich nicht leicht: Ein anständiges Bild von ihm zu finden ist fast unmöglich, Texte zu seiner Person lässt er von wild gewordenen Fans schreiben und seine hochenergetischen Auftritte lassen kein Auge trocken. Aber trotzdem möchte ich ihn dir unbedingt vorstellen, denn der selbsternannte «Loop Daddy» hat den Sprung vom Online-Phänomen zum ernstzunehmenden Künstler geschafft.

Ein Meme auf zwei Beinen

Doch wie hat der Hype um die Person von Marc Rebillet überhaupt begonnen? Wie bei vielen anderen Musikern beginnt seine Karriere auf YouTube, wo er vor gut vier Jahren seine ersten Videos hochlädt. Damals startet er das Ganze aus Spass, sein Rezept ist stets dasselbe: Eine überraschend soulige Stimme in Kombination mit der Boss RC-505 Loop Station. Das musikalische Know-How hat sich der gebürtige Amerikaner dabei selbst erarbeitet, unter anderem mit klassischem Klavierunterricht, Improvisationskursen im Blues und Jazz oder als Teil des Manhattan School Of Music-Chors.

Doch Loop Station und Musikalität sind es nicht, die das kreative Schaffen von Rebillet ausmachen. Vielmehr ist es der unglaubliche Witz und Mut zur Selbstironie, die ihn ausmachen. Durch seine plakativen Nerd-Outfits und wilden Tanzmoves wirkt er wie ein zum Leben erwachtes Meme, seine Songtexte sind meistens absurd und herrlich doof. So besingt er zum Beispiel sein liebstes Spinat-Rezept von Martha Stewart, möchte sein Publikum davon überzeugen, dass Moskitos bösartige Vampire sind oder widmet sich seiner Faszination für das weibliche Hinterteil. Auch in Interviews merkt man schnell, dass er in seinem ganz eigenen Kosmos lebt und ohne gross nachzudenken das macht, wozu er Lust hat (wie zum Beispiel eine spontane Jam-Session in einem Kölner Radiostudio). Oder kurz gesagt: Wo der «Loop Daddy» auftaucht, ist eine chaotische Party vorprogrammiert und man hat grosse Lust, den kurligen und sympathischen Typ besser kennenzulernen.

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Comedian, Musiker oder beides?

Doch die Kombination aus Comedy und Musik ist nicht immer ganz einfach. In den meisten Fällen überwiegt nämlich der humoristische Aspekt so sehr, dass der musikalische Output qualitativ hinterherhinkt. Die Folge davon: Man wird als Comedian abgestempelt und als Musiker belächelt. Bei Marc Rebillet geht die Rechnung aber auf. Zwar macht es unglaublich Spass, ihm beim Musikmachen zuzusehen, aber sein Sound funktioniert auch ohne Bild. Bester Beweis dafür sind sein selbstbetiteltes Debütlalbum und seine EP «Loop Daddy», die letztes Jahr veröffentlicht wurden: Tanzbar, funky und sehr abwechslungsreich. Die kuriosen Songtexte und sein unverwechselbarer Charakter sind da eher ein zusätzliches Plus – so wie bei einem Musiker, der sich erst beim Interview als richtig coole Socke entpuppt.

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