5 FRAGEN AN: Angelo Repetto, halb Wolf – halb Roboter

Wenn im Elternhaus massenhaft Syntheszier herumstehen und der Vater Mitbegründer einer der erfolgreichsten Schweizer Wave-Kombos («Grauzone») ist, macht es völlig Sinn, dass man früher oder später mit dem Elektro-Virus infiziert wird. Doch bei Angelo Repetto dauerte es ziemlich lange, bis er die Gunst der blinkenden Apparate für sich entdecken konnte. Nach fünf erfolgreichen Jahren mit dem Indie-Projekt «Wolfman» und ersten Soloversuchen unter dem Pseudonym Nkelo, hat der Zürcher Musiker nun sein vielversprechendes Debütalbum veröffentlicht: «Roboto». Doch wer ist der kreative Kopf hinter den düsteren elektronischen Klangkonstrukten im Stil der 80er und 90er?

Die meisten kennen dich als Teil des Duos Wolfman. Warum hast du dich jetzt entschlossen, ein Soloalbum zu produzieren?

2017 habe ich ein musikalisches Sabbatical in Berlin gemacht, wo die meisten Tracks für «Roboto» entstanden sind. Zurück in Zürich habe ich dann alles nochmals von Grund auf überarbeitet, da Berlin seine musikalische Spuren hinterlassen hatte und ich diese zuerst transformieren musste. Oder in anderen Worten: Das Gelernte verinnerlichen und zu etwas Eigenständigem machen.

Auf deiner Website sprichst du von einer «ambivalenten Beziehung» zu Techno. Wie meinst du das genau?

90% aller elektronischen Produktionen versuchen wie bereits Existierendes zu klingen, die Eigenständigkeit bleibt häufig auf der Strecke. Trotzdem merke ich dank meiner Musik aber, wie wichtig Klischees sind und das man durchaus damit spielen kann/sollte. Ambivalent also im Sinne von: Wie weit lasse ich mich auf diese Klischees ein und wie setze ich sie um? Was kommt von innen, was von aussen? Ich kann zum Beispiel nichts mit Musik anfangen, die mich gleich an 17 verschiedene Bands erinnert. Vielleicht höre ich darum nicht so viel Musik, um genau dieses Problem zu umschiffen.

Was ist deine allererste Erinnerung an elektronische Musik?

Eine Kindheitserinnerung: Mein Vater hatte sein Studio vorübergehend im Wohnzimmer aufgebaut und es war mir strengstes verboten, irgendetwas anzufassen.

Deine ganze LP «Roboto» hat etwas sehr Sphärisches und Psychedelisches. Wo hast du deine Inspiration hergeholt?

Vermutlich von all den coolen Underground-Cosmic-Parties in Berlin. Aber es ist schwierig zu sagen, denn normalerweise gehe ich nicht ins Studio um etwas Bestimmtes zu produzieren, sondern lasse es einfach geschehen. Diese Einstellung zur Musik, dass es schon richtig ist, was ich mache, habe ich mir aber erst vor 1-2 Jahren angeeignet. Mit Wolfman gelingt es mir lustigerweise immer, aber da agieren wir auch zu zweit – da ist man nicht alleine mit seinen Gedanken.

Für deinen Track «Tomorrow Never Knows» hast du dich an die gleichnamige Nummer der Beatles gewagt und sie völlig neu interpretiert. Warum hast du dich für genau diesen Song entschieden?

Ganz einfach: Es war der erste Beatles-Song, der mich so richtig aus den Socken gehauen hat. Ich war damals zirka 16 Jahre alt und ich finde es immer noch einer der allerbesten Beatles-Songs. Es ist eine Hommage geworden, quasi meine ganz persönliche Art, Danke zu sagen.

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