Wie klingt dein Lieblingslied, wenn du im Badezimmer eines Clubs stehst?

Keiner weiss so richtig, wie es zu diesem Trend gekommen ist: Auf YouTube, Tumblr & Co. kursieren seit geraumer Zeit zahlreiche Versionen editierter Songs, die uns in Situationen bugsieren, die wir alle kennen. So klingt es mal, als würdest du bei einer regnerischen Nacht im Auto sitzen oder dich im Badezimmer eines Clubs ready machen. Willkommen zum wohl komischsten Musik-Phänomen des digitalen Zeitalters!

Was passiert im Nebenraum?

Angefangen hat alles mit der Überschrift «from another room», bei denen Songs so bearbeitet werden, damit sie den Eindruck erwecken, als würdest du sie aus einem Nebenraum hören. Genre-Grenzen gibt es dabei keine, von Kylie Minogue über Green Day bis hin zu den Gorillaz mussten alle daran glauben. Der gewünschte Effekt ist es dabei, beim Hörer/bei der Hörerin eine gewisse Distanz zu erzeugen und sie/ihn in eine altbekannte Situation zu versetzen: Wie habe ich mich damals gefühlt, als ich mit meinem heissen Date im Nebenraum geknutscht habe? Wie war das noch gleich, als ich keine Lust auf die Party hatte und alleine auf dem Balkon sass?

Typisch für diesen Internet-Trend ist es dabei, dass besonders auf Gefühle der Melancholie und Trauer gesetzt werden. So schreibt eine Userin unter dem Kylie Minogue-Video beispielsweise: «Das ist keine Clubhymne – das ist eine Warum-Heule-Ich-Im-Club-Hymne!»

Zahlreiche Situationen für zahlreiche Stimmungen

Neben dem «Aus-Dem-Anderen-Zimmer»-Gewand gibt es unsere Lieblingsmelodien aber auch in zahlreichen anderen. Besonders beliebt sind dabei die «while drivng in the rain»-Versionen, die tönen als würdest du den Song bei einer Autofahrt durch den Regen hören:

Doch du kennst das Internet und weisst, dass da sicherlich noch mehr geht: So singt Childish Gambino seinen Hit «Redbone» in einem verlassenen Einkaufszentrum oder The Neighbourhood spielen «Sweather Weather» im Badezimmer eines Clubs – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Im Netz auf Spurensuche

Doch wer hat dieses Phänomen ins Leben gerufen? Wer ist dafür verantwortlich, dass uns Songs per Knopfdruck in eine ganz andere Stimmung katapultieren, als eigentlich vom Interpreten gedacht ist? Laut dem Online-Magazin «Motherboard» fing alles damit an, als der YouTuber socially awkward fangirl vor gut einem Jahr ein paar dieser Versionen im Netz veröffentlichte. In einem Tutorial erklärt er auch, wie einfach man das Ganze mit dem Programm Audobe Audition selber zuhause ausprobieren kann und verrät, dass alles mit dem Halleffekt und der Amplitude zu tun hat.

Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn rein gar nichts mit dieser Idee anfangen konnte – schliesslich sind die Hits ja schon so wie sie sind richtig gut! Aber nach einigen Annäherungsversuchen hat mich der Trend dann gepackt und seither bin ich grosser Fan davon. Am besten probierst du es gleich selber aus, aber sei gewarnt: Suchtpotenzial und melancholische Gedanken sind vorprogrammiert!

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