Rebecca & Fiona: Zwei Frauen besingen die Kunst des Mädchen-Seins

Bisher waren Rebecca Scheja und Fiona FitzPatrick aka Rebcca & Fiona für eines bekannt: ihre Schrägheit. Farbenfrohes Make Up, hohe Plateauschuhe und schrille Outfits machten das Duo aus und trugen zum Erfolg in ihrer Heimat bei: Ihre zwei bisherigen Electro/Dance-Alben «I Love You Man» (2011) und «Beauty Is Pain» (2014) wurden beide mit einem schwedischen Grammy ausgezeichnet.

Das dritte Album leutet nun aber eine neue Ära ein: Nach der Trennung von ihrem Label Ultra Records zeigt sich das schwedische Duo auf «Art Of Being A Girl» erwachsener, natürlicher und schlichter. Was gleich bleibt, ist der tanzbare und quirlige Elektro Pop – aber macht der ohne verrückte Verpackung genauso viel Spass?

Ist hier jemand erwachsen geworden?

Als Fan der ersten Stunde muss ich zugeben, dass mein Herz ein bisschen geblutet hat, als Rebeccca & Fiona ihre Veränderungen angekündigt haben. Schliesslich war der barbiemässige Look neben dem eingägigen Sound das Markenzeichen der beiden Schwedinnen – und ohne ein Markenzeichen geht man bekanntlich schnell in der Masse unter.

Nach einem Blick auf ihre Biografie macht das Ganze aber schon ein bisschen mehr Sinn: Als DJanes schon zehn Jahre unterwegs, im Popzirkus seit acht Jahren mit dabei – völlig einleuchtend, dass da der Wunsch nach Veränderung gross wird. Ausserdem wird Rebecca bald 30 Jahre alt und Fiona hat schon ihren 32. Geburtstag hinter sich, was ebenfalls als Begründung angesehen werden kann, warum die Zeiten von neonfarbenen Crop Tops und farbigen Fakewimpern vorbei sind.

Eine Ode an die Freundschaft

Irritierend ist einzig und allein, dass für das bisher erwachsenste Album der verspielteste Titel gewählt wurde: «Art Of Being A Girl» – die Kunst des Mädchenseins. Allerdings geht es hier nicht unbedingt um ein Flashback, sondern soll vielmehr als Liebeserklärung an die Freundschaft angesehen werden: „Wir wollten zeigen, dass eine liebevolle Beziehung zwischen zwei Frauen auch auf einer freundschaftlichen Ebene stattfinden kann und nicht immer kompliziert sein muss. Wenn du eine beste Freundin hast, die dir richtig gut tut, kann das der Schlüssel zum Erfolg im Leben sein“, erklärt FitzPatrick gegenüber Billboard.

Leider gehen diese positiven Messages auf «Art Of Being A Girl» schnell verloren. Denn durch den bewussten Verzicht der schillernen Präsentation, tönt das Ganze nach austauschbarem und durchschnittlichem Synthie-Pop. Zwar ist bei den acht Tracks sicherlich die eine oder andere Perle mit dabei («Sthlm City»), aber leider ist der letzte Teil der Albumtrilogie eine Enttäuschung. Hätte man aber ahnen können, denn in den seltensten Fällen kann man erwachsen werden und gleichzeitig girly bleiben.

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