Doja Cat: Liefert sie mit «Mooo!» den dämlichsten Ohrwurm aller Zeiten?

«Bitch I’m a cow, bitch I’m a cow. I’m not a cat, I don’t say meow. I go mooo!»

Was zur Hölle ziehe ich mir da gerade rein? Was sollen die Pommes in der Nase von Doja Cat? Und warum twerkt sie im freizügigen Kuh-Outfit, während im Hintergrund Bilder von wippenden Anime-Brüsten laufen? Tausend Fragen gingen mir durch den Kopf, als ich mir zum ersten Mal dieses Musikvideo zu Gemüte führte:

Verwirrt und amüsiert zugleich, scrollte ich herunter und staunte nicht schlecht als ich sah, dass «Mooo!» in den ersten zwei Wochen schon über 10 Millionen Mal angeklickt wurde. Doch warum ging genau dieses Video viral? Ist es der witzige Trash-Faktor des Clips oder finden die Leute tatsächlich Gefallen an der eingängigen Melodie?

«Alle sind so empfindlich in der heutigen Zeit!»

Wer Doja Cat schon länger auf dem Radar hat weiss, dass die 22-Jährige normalerweise für eingängigen Urban Pop steht und hohe Qualität auf seitens der Produktion Standard ist. Ihre beiden Singles «So High» (17 Mio. Aufrufe) und «Go To Town» (4,6 Mio. Aufrufe) beweisen das bestens: Liebevoll gestaltete Musikvideos, cleveres Songwriting und ein ansteckender Flow.

Doch warum tanzt die Newcomerin aus Los Angeles genau jetzt aus der Reihe und veröffentlicht eine Hymne über Kühe? Im kürzlich erschienen Interview mit Genius klärt sie auf: «Ich hatte das Gefühl, dass sich MusikerInnen heutzutage viel zu ernst nehmen und alle sehr empfindlich sind. Aus diesem Grund wollte ich eine Art Meme-Song kreieren, der ein grösseres Publikum erreicht und viral geht – denn wir brauchen wieder mehr Humor!»

Inspiration durch lächerliches Kuh-Outfit

Was nicht überrascht: Für ihren Internet-Hit brauchte Amalaratna Zandile Dlamini, so Doja Cat gebürtig, gerade mal einen Tag. Dabei wurde sie nicht etwa von der Liebe zu Kühen inspiriert, sondern von ihrem gewöhnungsbedürftigen Oberteil, das sie im Video trägt: «Weil mir die Trompetenärmel beim Spielen des Keyboards immer dazwischen kamen, war ich mit der Zeit so abgelenkt von dem Kuhprint, dass ich einfach einen Song über Kühe schreiben MUSSTE!»

dojacatcow

An dieser Stelle muss ich aber zugeben: Trotz der kurzen Entstehungszeit ist «Mooo!» ein gemütlicher Ohrwurm und im Songtext sprudelt es richtig vor kreativen Wortspielen. So wird zum Beispiel ein Quote der Hip Hop-Hymne «Move Bitch» von Ludacris kuhtauglich gemacht («I ain’t a moose bitch, get out my hay») oder der Refrain von Kelis «Milkshake» ins Lächerliche gezogen («My milkshake brings all the boys to the farm»).

Ob das Ganze als satirische Antwort auf das stets coole Getue der Hip Hop-Szene gemeint ist, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass sich Doja Cat mit nur einem Muh zur wohl erfolgreichsten Kuh der heutigen Zeit gemausert hat.

 

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