Still Corners: «Slow Air» ist das perfekte Spätsommermärchen

Die Schweiz erlebte in diesem Jahr einen Sommer, der schon lange nicht mehr so heiss und trocken war. Völlig klar, dass wir bei solchen Temperaturen an unsere körperlichen Grenzen kamen und ausser faulem Herumliegen nicht mehr viel möglich war. Ähnlich erging es den beiden Londoner Tessa Murray und Greg Hughes: Sie durchquerten in einem weissen Mustang die texanische Wüste und fühlten sich auf ihrem Road Trip wie gelähmt von der Hitze. Was hilft da zur Abkühlung? Ein Sprung ins Wasser? Ein Nickerchen im Schatten? In ihrem Fall beides falsch, denn Still Corners zogen sich zurück ins klimatisierte Studio und verarbeiteten die Eindrücke auf ihrem brandneuen Album «Slow Air» (VÖ: 17. August 2018).

Neues Zuhause = neuer Sound?

Mittlerweile machen die Beiden schon über zehn Jahre gemeinsam Musik und sind bei Album Nummer Vier angelangt. Geändert hat sich dabei nur der Wohnort, denn Tessa und Greg zog es von London ins amerikanische Woodstock. Soundtechnisch ist aber alles beim Alten geblieben: Verträumte Melodien, emotionale Songtexte und ein leicht melancholischer Vibe zum Abdriften oder Wegdösen.

Wer ganz genau hinhört, wird auf «Slow Air» aber merken, dass das Duo mutiger geworden ist und selbstbewusster an die Sache rangeht. So wird neu auch gerne zu elektronischen Hilfsmitteln wie einem Synthersizer gegriffen («Dreamlands») oder ohne Gesang musiziert, denn auf dem Album sind gleich zwei Instrumentalstücke zu finden. («Welcome To Slow Air» und «Long Goodbyes»)

Zehn neue Songs in nur vier Monaten

Der Road Trip durch die texanische Wüste scheint bei Tessa und Greg aber auch Spuren beim Zeitmanagement hinterlassen zu haben, denn das gesamte Album wurde in nur vier Monaten aufgenommen. Der Grund für diese Hektik? Ganz einfach: Nach all den Eindrücken und Bildern im Kopf wollten sie den natürlichen Gedankenstrom nicht unterbrechen. Dieser Drang zur Kreativität hat sich definitiv gelohnt, denn durch den raschen Entstehungsprozess wirkt «Slow Air» aus einem Guss und schafft es, die sphärischen Momentaufnahmen spürbar zu machen. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass dich Still Corners mit ihren zehn brandneuen Songs auf eine Art meditative Reise mitnehmen. Eine Reise, in der du durch traumhafte Welten streifst und dabei stets einen treuen Wegbegleiter hast – und das ist Dream Pop von der allerfeinsten Sorte!

Konzerttipp: Still Corners präsentieren ihr neues Album live am Freitag, 23. November 2018 im Bogen F Zürich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s