Yungblud: Tönt so die Zukunft der Rockmusik?

„Wir haben möglicherweise die Zukunft gesehen und sie sieht wie Yungblud aus“ – mit diesen euphorischen Worten fasste ein Journalist des renommierten britischen Musikmagazins New Music Express einen Auftritt von Dominic Harrison aka Yungblud zusammen. Doch wer ist der 21-jährige Newcomer aus Doncaster? Was steckt hinter seinem Sound, den er liebevoll als relevanten NuWave für die Zukunft beschreibt?

Rock und Rap gehen Hand in Hand

Die Musik von Yungblud auf die Bezeichnung ‚NuWave‘ zu beschränken wäre eine Frechheit. Vielmehr ist es eine wilde Mixtur aus Pop, Ska, Rock und Hip Hop. Die Kombination der letzten beiden Genres könnte dabei auch Teil seines Erfolgsrezepts sein: Schrammende Gitarren, ein eingängiger Beat und darüber rüpelhafter Sprechgesang – eine Kombination, die funktioniert. Das haben uns beispielsweise schon Twenty One Pilots oder The Neighbourhood bewiesen und darum meint Yungblud auch, dass es durchaus mehr Acts wie sie geben dürfte: „Rock und Rap sind wie Geschwister, Bruder und Schwester. Diese zwei Stile sind mehr als nur Musik – sie kommentieren Kultur.“

Kein Blatt vor dem Mund

Yungblud wird aber nicht nur als Hoffnungsträger der Rockmusik, sondern auch als Albtraum jeder Schwiegermutter beschrieben. Das mag in erster Linie an seinem verrückten Auftreten liegen, denn zu seinen Markenzeichen gehören eine zerzauste Haarpracht, ein pechschwarzer Kajalstrich und sein leicht verstörendes Lächeln. Doch in meinen Augen überfordert es viele Menschen auch, dass der 21-Jährige in seinem jungen Alter schon derart heftige Themen besingt: In «Polygraph Eyes» erzählt er die Geschichte eines jungen Mädchens, das nach einer Party völlig betrunken abgeschleppt und missbraucht wird. Sein Song «Medication» ist eine satirische Annäherung an das Phänomen, dass ärztliche Fachkräfte heutzutage immer schneller Medikamente verschreiben, ohne wirklich zu wissen was das Gegenüber braucht. Kurz: Von politischen über gesellschaftlichen bis hin zu hochsensiblen Themen ist alles bei ihm vertreten.

Musik für eine bessere Welt?

Doch wie geht es weiter mit dem vielversprechenden Jungtalent? Nach der Veröffentlichung seines (meiner Meinung nach fantastischen) Debütalbums «21st Century Liability» ruht er sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern tourt durch die Welt und arbeitet unterwegs an neuem Material. Denn wenn es nach Yungblud geht, gibt es noch viele Missstände und Probleme, die besprochen werden müssen.

Ob und wie die Welt mit seinen Songs beeinflusst wird sei dahingestellt, aber fest steht: Langweilig wird es mit diesem Enfant terrible garantiert nicht!

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Konzerttipp: Yungblud präsentiert sein neues Album live am Samstag, 26. Januar 2019 im Dynamo Zürich.

 

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